Budopädagogik

Budo ist der Oberbegriff für alle asiatischen Kampfkünste. Er kann übersetzt werden, als der Weg (Do), nicht zu kämpfen (Bu). Der scheinbare Widerspruch zwischen kämpfen lernen und nicht kämpfen wollen erklärt sich im Ziel des Budo, nämlich einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst.

Budo-Pädagogik berücksichtigt die erziehungswissenschaftlichen Prinzipien des Budo als Weg und bindet sie methodisch und fachlich in einen sinnvollen, effektiven und pädagogischen oder therapeutischen Ansatz ein, z.B. im Bereich der Schul- und Jugendsozialarbeit, Heimerziehung, Psychiatrie, Jugendstrafvollzug, Sozialtherapie und Drogentherapie, im Verein oder Verband.

In der Budopädagogik kommen Elemente verschiedener Kampfkünste sowie Qigong- und Yogaübungen oder Klangmassagen zur Anwendung. Zielgruppenspezifisch werden Konzepte erstellt, die den Ablauf des Unterrichts bestimmen. Um eine genauere Vorstellung möglich zu machen, sollen hier exemplarisch einige Projekte kurz vorgestellt werden.


Thomas Kirchner

Projekte mit Schülern

Zielgruppe: gemischte Gruppe 12-16 Jahre, eher zurückhaltend
Dauer: ein Schuljahr, einmal pro Woche
Ziele: gesteigertes Selbstwertgefühl, Motivation zur Bewegung
Methode: Dojo und Verneigungspraxis bieten einen gesicherten Rahmen. Die Taiji-Schwertform und die Stockeinzel- und Partnerform als dynamische und raumergreifende Übungen. „Rauf und Rangelspiele“.


Zielgruppe: Schüler der 10. Jahrgangsstufe
Dauer: 1,5 Std.
Ziele: Herstellen eines praktischen Bezuges zum Thema Taoismus/Buddhismus
Methode: Arbeit mit Texten. Eine Geschichte, die moralisch, ethische Werte und typische Begriffe verwendet, wird durch praktische Übungen aus dem Taijiquan und Qigong erklärt.
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Projekte zur Gesundheit

Zielgruppe: 10 Jungen 12-14 Jahre, teilweise AD(H)S, leicht auffällig [www.adhs-familie.de ]
Dauer: ein Schuljahr, einmal pro Woche
Ziele: gesteigertes Selbstwertgefühl, Motivation zur Bewegung
Methode: Die wesentlichen Rahmenbedingungen für Budo wie z.B. ein besonderer Raum (Dojo) mit ihm eigenen Regeln. Der Einsatz von geeigneten Geschichten, um an Meditationen heranzuführen. Klangschalen um die Meditationen zu beginnen und zu beenden. Erlernen der Taiji-Schwertform und später Partnerübungen, die alle langsam, ruhig und mit größtmöglicher Bewusstheit ausgeführt werden.


Zielgruppe: Fibromyalgie( Rheuma )-Selbsthilfegruppe
Dauer: fortlaufender Kurs
Ziele: Umgang mit Schmerzen verändern, Körperbewusstsein steigern, Entspannungstechniken lernen, Zusammenhänge z.B. zur Ernährung herstellen.
Methode: Meditationen und einzelne Qigongübungen sowie Vorträge zur Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin ermöglichen den Einstieg. Über leichte Qigongformen erfolgt ein schrittweises Heranführen an die Taijiquanform in zunächst vereinfachter Form.


Zielgruppe: Teilnehmer, die nach gesundheitlichen Problemen im Therapiezentrum Möglichkeiten suchen, ihre Gesundheit zu erhalten.
Dauer: 10 Wochen
Ziele: Vorstellen verschiedener Systeme, Motivation zur Eigeninitiative, Erlernen einer vereinfachten Taijiquan-Form
Methode: Individuelle Trainingsmöglichkeiten mit dem Taijiquan und Bezug zum Alltag erklären (wie Rückenschule). Durch Physiotherapie mobilisierte Patienten anleiten zu eigenverantwortlicher Übung. Entspannung, zentriertes Gleichgewicht und ökonomische Bewegung werden erfahren.
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Individuelle Projekte

Einzelstunden: Verspannungen können durch Klangmassagen gelöst werden. Individuelle Probleme werden gezielt korrigiert. Alle Formen können intensiv geübt werden. Durch Gespräche werden die Zusammenhänge zwischen den körperlichen und geistigen Bedingungen klarer und können im Üben der Formen verändert werden.


Zielgruppe: Firmen und Gruppen
Dauer: ein oder zwei Tage
Ziele: entspannter Umgang in der Kommunikation mit schwierigen Themen oder Partnern
Methode: Die speziellen Übungen der Psychologin/Trainerin werden durch gezielte Übungen aus den Kampfkünsten (meistens Taijiquan) besonders effektiv. Die Übersetzung alter Samurai-Texte in den heutigen Manageralltag kann so praktisch erfahren werden, was sowohl Grenzen aufzeigt als auch Horizonte eröffnet.
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